Donnerstag, 1. Mai 2008

Hamburg


Letztes Wochenende waren mein liebster und ich in Hamburg. Und die Stadt ist großartig! Ich war schon ein paar mal dort, aber diesmal hatte ich Gelegenheit auch mal Ecken zu erkunden, die keine Touri-Gegend sind. Altona, die Schanze, tolle Cafés und Bars, der Hafen und die Speicherstadt.
Die Leute sind freundlich, das Wetter war toll, ich habe Hummer probiert (Igitt!), habe viele Fotos gemacht, hatte einen Sonnenbrand, habe die Frau meines Cousins besucht und viel Spaß gehabt.
Wir waren auch im Miniatur-Wunderland, der größten Modelleisenbahnanlage Deutschlands....Hammer! Die ganze Liebe und Detailarbeit, die da drin steckt, sind wirklich beeindruckend. Immer wieder kann man kleine neue Szenen entdecken, Pärchen hinter einem Gebüsch, einen Autounfall, spielende Kinder und vieles mehr. Alle 10 Minuten ändert sich das Licht und es wird Nacht. Und das ist der schönste Moment, dann leuchten alle winzig kleinen Lichter um die Wette, besonders in den aufgebauten Städten, z.B. Las Vegas.
Zudem sind wir eine riesige Tour gelaufen, haben uns von Eindrücken berieseln lassen und kommen sicher bald für mehrere Tage wieder.

Dienstag, 1. April 2008

Antwerpen


Das letzte Wochenende war ich mit meinem Liebsten in Antwerpen, um meine Freundin zu besuchen, die dort ein Praktikum bei einem Mode-Designer absolviert hat. Und Antwerpen ist wirklich traumhaft! Die Stadt ist sehr bunt und international, es wird Niederländisch, Französisch, Englisch und manchmal auch Deutsch gesprochen, die alten Häusern stehen friedlich eng und ab und zu ein wenig schief nebeneinander, stützen sich gegenseitig, während unten die Antwerpener im Fashion-Fieber in knallbunten Läden einkaufen. Läden, die mit bunten alten Kronleuchtern geschmückt sind, in denen Rockmusik und französische Popsongs dudeln, in denen liebevoll selbstgestaltete Broschen neben ungewöhnlichen Schuhen liegen und die Preise nicht gerade meinem Budget entsprechen.
Die Stadt ist ein bißchen kindisch, wie ein großer Jahrmarkt oder ein Zirkus oder ein Spielplatz, alles ist sehr bunt, es gibt riesengroße Schriften über den Restaurants, die Wände, Treppen, Stühle und Tische sind bunt bemalt, überall duftet es süß nach Waffeln und man kann wunderbar in der Sonne sitzen und belegte Baguettes genießen.
Wir sind am Freitag mit dem Zug angereist, von Berlin Hauptbahnhof, über Köln, Brüssel, nach Antwerpen. Als wir ankamen, wurden wir im Bahnhof von zwei netten Belgiern abgeholt, die in einem Haus im Bezirk Borgerhout wohnten, und die ich bei Couchsurfing kennenlernte. Es handelte sich um eine 5er-WG, die ein ganzes Haus gemietet hatten, in dem ständig Zimmer für Couchsurfer frei sind und wir waren ganz begeistert von diesem riesigen Traumhaus mit der schmalen orangen Treppe und der Glasdecke im Wohnraum. Wir teilten unser Zimmer mit einem nicht ganz so sympathischen Engländer, aber das war erträglich. Gleich am Abend trafen wir uns dann mit meiner Freundin am Groenplaats und gingen zusammen in ein kleines griechisches Restaurant, in dem es nur Mezze (Vorspeisen) gab, aber die waren unglaublich lecker (und teuer)! Die Nacht haben wir dann seelig in unserem Doppelbett geschlummert. Am nächsten Tag sind wir gleich morgens aufgebrochen und haben uns wieder am Groenplaats getroffen. Dann gab es zum Frühstück erstmal belgische warme Waffeln und frisch gestärkt konnte die Shoppingtour beginnen. Meine Freundin führte uns in kleine feine Geschäfte, ihre Geheimtipps, z.B. Secondhandläden oder kitschige, bunte Shops mit allerlei Deko-Kram für zu Hause. Leider war fast alles sehr teuer, nur in einem Laden konnten wir zuschlagen und nun bin ich stolze Besitzerin eines lila-farbenen Kleides und 3 Paar neuer Ohrringe.
Mittags saßen wir mit Baguettes und Minipizza in einem Park und ließen uns die Sonne auf den Bauch scheinen, dann ging es noch in ein paar Geschäfte und dann erstemal für ein Stündchen zum Ausruhen nach Hause. Unsere Füße taten mörderisch weh!
Abends trafen wir uns wieder und aßen bei einem sehr vollen, hektischen, aber dennoch gemütlichen Italiener und ließen den Tag ausklingen. Dann mussten wir früh ins Bett, um am nächsten Morgen um 4 aufzustehen. Dann gings mit dem Zug (und einigen Verzögerungen) schweren Herzens wieder nach Berlin. Ich wär gern noch länger geblieben, aber Antwerpen habe ich sicher nicht das letzte Mal in meinem Leben gesehen.:)

Freitag, 14. März 2008

Frühlingserwachen


Welch doppeldeutiger Titel :) Der Frühling kommt so langsam aus seinem Winterschlaf gekrochen und zeigt sich mit den ersten Frühblühern, bei uns im Hof stehen drei kleine Narzissen und dazwischen zarte Krokusse. Der Kastanienbaum trägt Knospen, die von Tag zu Tag größer werden, und nun lugen schon die ersten weiß-rosa Spitzen heraus.
Und zugleich probt meine Theatergruppe "Frühlings Erwachen" von Frank Wedekind. Ein Stück über die konservative Gesellschaft um die Jahrhundertwende, über drei Jugendliche, die unaufgeklärt und unsicher ihre Pubertät erleben und teilweise daran zerbrechen. Am Ende sind zwei tot und der letzte wird durch einen Unbekannten zum Leben verführt. Diesen Unbekannten spiele ich und habe gestern abend erstmalig ein wenig Text aus der Szene auswendig gelernt. Das Foto zeigt die Stimmung in meinem kleinen Boudoir, als ich, die Füße an die Heizung gelehnt, auf meinem weißen Metallstuhl sitzend, im Kerzenschein mit Schokolade und einem Glas Wasser in das Stück vertieft, die Rolle inhaliert habe. Nach so langer Theaterabstinenz war das gar nicht mal so einfach, plötzlich wieder etwas auswendig zu lernen. Auch die Schulzeiten sind ja nun ein Weilchen vorbei und ich studiere auch nicht. Aber immerhin habe ich ein bißchen was geschafft und bin begeistert von der Rolle des coolen, erhabenen, großkotzigen und gleichzeitig sehr siegessicheren Unbekannten, der über den Dingen steht und sowieso Recht hat. Eine Rolle ganz nach meinem Geschmack.:) Die zweite Rolle, die ich spiele, ist die Mutter eben dieses Jungen, der am Schluss übrigbleibt. Eine Frau, die ihren Sohn über alles liebt und sein selbständiges Denken und Handeln immer gefördert hat, bis sie am Schluss erkennt, dass er vielleicht zu viele Freiheiten genossen hat. Die Rollen in diesem Stück sind großartig, sie entwickeln sich, sie haben eine Eigendynamik und einen Witz, der mich immer wieder fasziniert.
Auch unsere Theaterguppe ist traumhaft, die unterschiedlichsten Leute kommen dort zusammen, und jeder freut sich auf die anderen, auf das Ende der Woche, auf den Sonntagnachmittag, an dem jedes Mal geprobt wird. Nach einigen Treffen, bei denen wir uns kennenlernten, tranken, Spaß hatten und viel redeten, wurde das Stück ausgesucht, dann die Rollen verteilt und Probegelesen und seit 2 Wochen haben wir einen Probenraum gemietet, in dem wir uns austoben können. Und es macht sehr viel Spaß und es kommt mittlerweile auch viel bei rum. In zwei Tagen ist wieder Probe und ich als Regisseurin und Organisatorin habe schon ein straffes Programm erstellt, damit wir in kurzer Zeit viel schaffen. Im Sommer soll das Stück dann aufgeführt werden und es wird garantiert großartig!